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24.08.2007

Bornsdorfer Kirche erhält
barocken Glanz zurück

Brüstungsfelder und Logenrahmen restauriert
Restauratoren arbeiten zurzeit in der Kirche von Bornsdorf (Heideblick). Das Gotteshaus erhält schrittweise seinen barocken Glanz zurück.

Die Berliner Restauratoren Claus Feldmann (oben), Jeanet Koletzki und Jutta Hansch-Feldmann (unten, v. l.) haben in der Bornsdorfer Kirche die ursprüngliche farbliche und marmorierte Gestaltung des Logenrahmens und der Brüstungsfelder wieder hergestellt.
Foto:Birgit Keilbach

 

Einen Pinselstrich nach dem anderen setzt die Berliner Restauratorin für Wandmalerei, Jutta Hansch-Feldmann, in eins der marmorierten Rechtecke unter der Loge in der Bornsdorfer Kirche. Ein breites Spektrum von Grautönen hat sie dafür auf ihrer Palette angemischt. Immer wieder lehnt sie sich zurück, beurteilt den Gesamteindruck. Zwei Etagen über ihr gibt Ehemann Claus Feldmann dem Logenrahmen mit gleicher Akribie dessen ursprünglich einmal vorhandene Marmorierung zurück. Auf der gegenüber liegenden Seite restauriert Jeanet Koletzki die Brüstungsfelder.

„Edles Material zu imitieren, das war in der Zeit des Barock eine gängige Art der Raumgestaltung“, sagt Jutta Hansch-Feldmann. Mit Wasserdampf seien die unter einer gelben Farbschicht verborgenen grau marmorierten Brüstungsfelder unterhalb der Logen zunächst freigelegt worden. „Schon vorher vorhandene Fehlstellen, und jene, die beim Freilegen entstanden sind, werden farblich angeglichen“, erläutert die Restauratorin.

Neben der Konservierung der Vorhangmalerei um die Stifterbildnisse des Carl Sigismund von Langen und dessen Frau Anna Emilia, geborene von Stutterheim, ist dies der zweite Teil der Restaurierungsarbeiten in der Borns dorfer Kirche. Auf die von Langens gehe die um 1730 entstandene barocke Raumfassung einschließlich der farblichen Gestaltung des Sandstein-Altars zurück, erläutert Annegret Gehrmann, Vorsitzende des Förderkreises „Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz“, die im Auftrag der Kirchengemeinde die Restaurierungsarbeiten betreut. Im vergangenen Jahr seien die Wände sowie die Stützen und Untersichten der Emporen mit der ursprünglichen grauen Farbe gestrichen worden. Zudem seien die Bänke komplett ausgebaut und repariert worden. „Die Fußbalken mussten dringend durch neue ersetzt werden, denn die alten waren völlig aufgelöst“, erläutert Annegret Gehrmann. Die ausführende Firma habe dafür die alten Arbeitsmethoden angewandt. Auch bei den Ausbesserungsarbeiten habe sie farblich passendes Holz verwendet, wodurch das harmonische Gesamtbild erhalten geblieb en sei, ergänzt sie.

„Unter der Putzschicht kamen Wandmalereien zum Vorschein, die vermutlich aus der Entstehungszeit der Kirche stammen“, so die Langengrassauerin. An zwei Stellen in der Kirche könnten diese betrachtet werden – unterhalb der Kanzel, wo ein Engelskopf zu sehen ist, und an der Wand neben einer der Kirchenbänke. Außerdem würden die zwei lebensgroßen, auf Kissen knienden Sandsteinfiguren neben dem Altar platziert. Diese stellten vermutlich frühere Stifter der Kirche dar, einen Herrn von Wolfersdorff und seine Frau, die damalige Gutsherrschaft.

Es ist relativ einmalig, dass die barocke Ausstattung einer Kirche in der Region so komplett erhalten geblieben ist“, weist Annegret Gehrmann auf die Besonderheit der Bornsdorfer Kirche hin. „Schritt für Schritt“ soll diese wieder erlebbar gemacht werden.

Text: Birgit Keilbach

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