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14.07.2010

Musikalische Italienreise mit Johann Sebastian Bach

LANGENGRASSAU. Die italienischen Einflüsse in Werken von Johann Sebastian Bach hat Prof. Ulrich Eckhardt am Sonntag in der Kirche von Langengrassau zu Gehör gebracht. Der Erlös des vom “Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz” organisierten Orgelkonzerts soll für die Restaurierung der mittelalterlichen Wandmalereien in der Dorfkirche von Riedebeck verwendet werden.

Mit Beifall honorierten die Zuhörer die Reise in das italienisch geprägte Werk Bachs
durch Ulrich Eckhardt (stehend).
Foto: Keilbach

 

Johann Sebastian Bach “Im Lichte Italiens” zu betrachten, hatte Prof. Eckhardt sein Programm überschrieben. “Bach hat Italien nie gesehen, denn er war viel zu arm, um dorthin zu reisen”, erläuterte er. Dennoch habe dieser Zugang zu Noten italienischer Komponisten erhalten und diese Stücke auf seine Weise interpretiert. Dass Bach dabei nicht nur auf Zeitgenossen zurückgriff, sondern sich zudem mit seiner Vorgänger-Generation auseinander setzte, veranschaulichte Prof. Ulrich Eckhardt mit einer Anekdote. So soll der etwa zehnjährige Bach im Haus seines Bruders Johann Christoph nachts heimlich die im Wandschrank verschlossenen Noten von Johann Jacob Froberger (1616-1667) herausgefingert und während eines halben Jahres schrittweise im Mondlicht abgeschrieben haben.

“Bach hat sich schon frühzeitig für das Moderne interessiert und in Italien wurde damals die modernste Musik komponiert und gespielt”, erläuterte der Jurist, Organist und Musikwissenschaftler, der von 1973 bis 2000 als Intendant der Berliner Festspiele in der Hauptstadt wirkte.

Im Konzert an der historischen Kayser-Orgel von Langengrassau brachteEckhardt den Zuhörern die Verarbeitung der italienischen Kompositionen durch Bach nahe.

Das Konzert habe gut zu dem heißen Sommertag gepasst, “es war beschwingt, mit vielen hellen Tönen und nicht so schwer, wie man es sonst von Bach kennt”, sagte die Langengrassauerin Helga Müller. Für Thomas Bauch aus Marienberg, der zu einem Kurzurlaub in Luckau weilte, war es Zufall, vom Konzert gelesen zu haben. “Ich gehe gern in Orgelkonzerte, denn diese Musik ist gut zum Entspannen und streichelt die Seele”, schwärmte der Gast aus dem Erzgebirge.

Von Birgit Keilbach, erschienen in der Lausitzer Rundschau

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