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18.05.2010

Loch in der Orgel
ist in Golßen Grund zur Freude

GOLSSEN. Wo der Spieltisch installiert war, klafft in der Schuke-Orgel der Golßener Kirche ein Loch. “Als er ausgebaut wurde, war das ein Festtag”, sagt Annette Nikolitsch, Pfarrersfrau und ehrenamtliche Organistin der evangelischen Kirchengemeinde. Denn damit begann die lang ersehnte Sanierung des Instrumentes aus dem Jahr 1908.

Annette und Martin Nikolitsch auf der Orgelbank, die normalerweise am Spieltisch
steht. Jetzt klafft dort ein Loch. Das Instrument wird saniert.
Foto: Carmen Berg

 

Annette und Martin Nikolitsch auf der Orgelbank, die normalerweise am Spieltisch steht. Jetzt klafft dort ein Loch. Das Instrument wird saniert. Foto: Carmen Berg
Seit vier Jahren ist das Pfarrerehepaar in Golßen. “An der Kirche hat sich in dieser Zeit viel getan”, erzählt Pfarrer Martin Nikolitsch. Sie bekam neue Fenster und einen Innen-Anstrich. Der Turm wurde nach einem Schwammbefall saniert. Nur die Orgel, die Königin der Instrumente, klang nicht mehr königlich.

Seit dem Jahr 2008 setzt sich der Pfarrer für die Restaurierung des Instrumentes ein. Viele Anträge hat er gestellt, Genehmigungen eingeholt, Spender gesucht. Die Kosten für die Komplettsanierung der Orgel mit ihren 1000 Pfeifen beziffert Pfarrer Nikolitsch auf rund 60 000 Euro. Rund 25 000 Euro davon entfallen auf den ersten Bauabschnitt, der im April begann und im September abgeschlossen sein soll. Bis dahin liegt vor Orgelbauer Christian Scheffler aus Sieversdorf eine Menge Arbeit. In der ersten Phase, erklärt Pfarrer Nikolitsch, werde die Mechanik auf Vordermann gebracht. Verschleißteile würden ausgetauscht, Holzteile überprüft und ersetzt.

Finanziert wird das Vorhaben aus Mitteln der Gemeinde und des Kirchenkreises Niederlausitz, aus dem Kollektenfonds der Union der evangelischen Kirchen sowie aus Spenden. Eine größere Summe hat die Mittelbrandenburgische Sparkasse zur Verfügung gestellt. “Zu einem Gottesdienst gehört Orgelmusik. Da ist es störend, wenn Tasten klemmen, Pfeifen fehlen oder der Blasebalg ausfällt”, begründet MBS-Vertreterin Diana Uhlmann das Engagement. Annette Nikolitsch erzählt, auch Christen und Nicht-Christen aus Golßen hätten mit ihrem Obolus geholfen. “Die zehn Euro, die eine Rentnerin abgibt, sind uns genau so wertvoll wie eine Großspende”, sagt die Organistin.

In Pfeifen kommt Ordnung

Für den zweiten Bauabschnitt, der sich möglichst nahtlos anschließen soll, habe der Landkreis Dahme-Spreewald Unterstützung angekündigt, ergänzt Pfarrer Nikolitsch. Dabei soll die Orgel wieder den Originalklang von 1908 bekommen. In den 1950er-Jahren, sagt der Pfarrer, habe es schon einmal eine eine Orgelrenovierung gegeben. Dabei sei offenbar an den Pfeifen einiges verändert worden. Einige wurden nicht wieder eingebaut. Damit jedoch verändere sich der Klang des Instrumentes. “Fachkundige hören sofort, wenn die Pfeifen nicht zueinander passen”, erklärt er. Für den Orgelrestaurator sei es ein Puzzlespiel, die Ordnung wieder herzustellen, so Martin Nikolitsch.

Hoffen auf Konzerte

Wann die Schuke-Orgel klingen wird wie in alter Zeit, lasse sich auf den Monat genau noch nicht sagen, berichtet er. Für die nächste Zeit begleitet Annette Nikolitsch die Gottesdienste auf dem Keyboard. Doch eines ist sicher: Zur Einweihung wird es einen Festgottesdienst geben. “Die Golßener Kirche hat eine wunderbare Akustik”, schwärmt die Pfarrersfrau. Ihre Hoffnung sei es, dass auf der sanierten Orgel in Zukunft öfter Konzerte stattfinden werden.

Von Carmen Berg, erschienen in der Lausitzer Rundschau

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