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19.10.2020

Kreblitzer Orgel kommt in die Kur

Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz hat weitere Vorhaben auf den Weg gebracht. Alle Arbeiten begannen durch Corona mit zeitlicher Verzögerung.


Steffen Jahnke beantwortet Fragen interessierter Kreblitzer. Foto: B. Keilbach

 

Seit mehr als 20 Jahren hat die Kirchengemeinde die Restaurierung der Orgel auf dem Plan. „Für uns geht jetzt ein lang gehegter Wunsch endlich in Erfüllung“, sagt der Kirchenälteste Herbert Richter. Für das finanziell aufwendige Projekt habe die Kirchengemeinde jahrelang Spenden eingesammelt und könne 4300 Euro als Eigenanteil für die Restaurierung beisteuern.

7700 Euro Fördermittel für Kreblitzer Orgel

„Ohne Fördermittel wäre das Vorhaben aber nicht realisierbar“, ergänzt der Kirchenälteste. Die Beschlüsse dazu wurden in den letzten Wochen gefasst. Laut Pfarrer Martin Meyer steuert die Untere Denkmalschutzbehörde Dahme-Spreewald 7700 Euro bei und der Kirchenkreis Niederlausitz aus seinem Kunstgutfonds 4300 Euro.

In drei Bauabschnitten soll das Instrument wieder seinen ursprünglichen Klang zurück erhalten. „Zuerst werden die alten Blasebälge und die Windlade demontiert und restauriert“, sagt Pfarrer Meyer. Danach sollen die Orgelpfeifen gereinigt und das Manual überarbeitet werden. Im dritten Bauabschnitt stehe die Überarbeitung des Pedals auf dem Programm und als Wunsch die Neuanfertigung der Prospektpfeifen, deren Finanzierung jedoch noch nicht gesichert ist. Die Originale aus einer Zinn-Blei-Legierung seien während des ersten Weltkrieges für die Kriegswirtschaft ausgebaut worden. „Nach dem Krieg erfolgte eine Neuanfertigung der Prospektpfeifen aus Zink. Das hat den Klang beeinträchtigt“, erläutert Pfarrer Martin Meyer.

Vorhaben liegen wegen Corona auf Eis

Geplante Vorhaben für den Erhalt des wertvollen Kulturerbes in den Kirchen der Region hat auch der Förderkreis Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz in diesem Jahr vorangebracht. Allerdings beginnen auch hier die meisten Arbeiten erst jetzt im Herbst. „Corona hat sämtliche Maßnahmen verzögert. Denn im Frühjahr waren keine Außentermine mit Sachverständigen und Vertretern der verschiedenen Denkmalbehörden möglich“, beschreibt die Förderkreis-Vorsitzende Annegret Gehrmann die Situation. Es bleibe nur noch wenig Zeit, die bis zum Jahresende bewilligten Mittel einzusetzen.


Manual der Kreblitze Schröther-Orgel mit sechs Registern. Foto: B. Keilbach

 

Realisiert ist bereits die Notsicherung der mittelalterlichen Putze an der Stöbritzer Dorfkirche. Knapp die Hälfte der dafür veranschlagten rund 30 000 Euro kann aus Mitteln des Programms „Denkmalhilfe im Land Brandenburg“ vom Kulturministerium bestritten werden. Darüber hinaus beteiligen sich die Untere Denkmalschutzbehörde, die Landeskirche, der Kirchenkreis Niederlausitz und die Kirchengemeinde an der Finanzierung. Später soll auch die entdeckte farbliche Gestaltung der Ostfassade noch visualisiert werden.

Marder an der Schuke-Orgel

Eine Förderzusage erhielt auch die Kirchengemeinde Walddrehna für die Restaurierung des seit 2016 ausgelagerten Orgelwerkes. Klappt alles planmäßig, können sich die Walddrehnaer zum Jahresende wieder am Klang der 1888 vom Orgelbaumeister Robert Uibe aus Schlaben (heute Neuzelle) gebauten und in der Region selten vorzufindenden Orgel erfreuen. An der Schuke-Orgel in Paserin haben sich die Marder gütlich getan. Deshalb wird hier demnächst die gesamte Balganlage neu beledert und das Instrument künftig vor den bissfreudigen Tieren geschützt.

Für die Restaurierung der vermutlich aus dem Barock stammenden und um 1730 eingesetzten Holzfenster in der Bornsdorfer Dorfkirche gibt es einen Zwei-Stufen-Plan. „In enger Abstimmung mit der Denkmalbehörde werden bis Ende dieses Jahres alle Fenster im Kirchenschiff restauriert und bekommen ihre ursprüngliche Bleiverglasung zurück“, erläutert Annegret Gehrmann. 2021 soll ein Fenster entsprechend dem barocken Vorbild nachgebaut werden. In der Luckauer Nikolaikirche wurde mit der Sanierung der Epitaphien im Chorumgang begonnen. Die steinernen Gedenktafeln erinnern an verdienstvolle Luckauer Familien. Derzeit ist das Epitaph der Familie Johann Heinrich Exs aus Caule in Arbeit.

Zuwachs verzeichnete der Förderkreis auch in diesem Jahr. Die Nikolaikirchgemeinde Lübbenau und die Kirchengemeinde Beesdau wurden neu aufgenommen. Damit zählen jetzt 39 Kirchengemeinden mit 58 Kirchen in den Landkreisen Dahme-Spreewald, Teltow-Fläming, Elbe-Elster und nun auch Oberspreewald-Lausitz zu den Mitgliedern.

 

von Birgit Keilbach (vollständiger Text unter www.lr-online.de)

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