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29.09.2010

“Liebelei” im Uckroer Gotteshaus

UCKRO. “Ist die Liebe nur ein angenehmer Zeitvertreib oder diese großartige Sache, in der es nur den Einen oder die Eine gibt? Und welche Folgen hat es, wenn dabei gesellschaftliche Schranken überschritten werden? Darum ranken sich die Szenen des zur Zeit der österreichischen Monarchie in Wien spielenden Schauspiels.

Vater und Tochter singen in Uckroer Kirche vereint ein zärtliches Duett.
Foto: Keilbach

 

Herzerfrischend kommt die Mizi mit ihrem österreichischen Dialekt herüber, während sie der unsterblich in Fritz verliebten Christin klarmacht, “das sein die Männer allesamt nit wert, dass i mi wegen einem kränken tät.” Christin hingegen besticht durch die Aufrichtigkeit und ihren festen Glauben, vermittelt ihre Gefühle mit einem Lied Robert Schumanns, was auf Fritz nachhaltig wirkt. Zu spät jedoch. Denn er überlebt das Duell mit dem Ehemann seiner Geliebten nicht. Für Christin bricht mit der Nachricht von Fritz’ Tod die Welt zusammen und ihr alleinerziehender Vater weiß um das kommende Unheil. Die über 50 Zuschauer in den Kirchenbänken verfolgen die spannende und mitreißende Darbietung. Mit lang anhaltendem Beifall loben sie das kleine Schauspieler-Team.

“Das Stück hat ganz super in das Flair der Kirche gepasst und ich bin erstaunt, dass es so etwas überhaupt gibt”, sagte Heidi Brauns aus Luckau. Die Entdeckung hat sie Bärbel Kreuschner zu verdanken, die das Wandertheater schon zum zweiten Mal erlebte. “Man sitzt so hautnah an der Bühne und kann wirklich jedes Augenzwinkern verfolgen”, benennt diese einen Vorzug dieses Theaters im kleinen Kirchenschiff.

Der gemeinnützige Verein “Theater in der Kirche” existiert seit 2001. “Er wurde gegründet, um jungen Schauspielern das Spielen vor richtigem Publikum zu ermöglichen”, erläutert der Vorsitzende Gernot Ernst. Die Uckroer Kirche sei ein sehr schöner Aufführungsort, trotz ziemlich knapp bemessenem Bühnenraum. Die Spenden der Zuschauer gingen diesmal an die Kirchengemeinde, als Benefiz-Beitrag des Theaters für die Sanierung der Patronatsloge.

Von Birgit Keilbach, erschienen in der Lausitzer Rundschau

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