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23.06.2009

Langengrassaus Kirche im Bildband

LANGENGRASSAU. „Dorfkirchen und ihre Hüter“ lautet der Titel eines Bildbandes, den Kara Huber in der Langengrassauer Kirche gemeinsam mit Brandenburgs Kulturministerin Johanna Wanka (CDU) vorgestellt hat. Das Buch war im Jahr 2008 im Münchner Prestel Verlag erschienen.

 

22 Dorfkirchen Brandenburgs werden in dem Band von prominenten Autoren porträtiert, die Langengrassauer Kirche von Ex-Bundespräsident Richard von Weizsäcker. Rund 1400 gibt es Kara Huber zufolge im Land Brandenburg. „Jede wäre es wert, darüber zu berichten“, sagt Kara Huber, die Ehefrau von Landesbischof Wolfgang Huber.

Seit dem Jahr 1990 reise sie durch das Land Brandenburg und kenne den Zustand der Gotteshäuser als Mitveranstalterin des jährlichen Dorfkirchensommers. Eine ganze Reihe davon seien in keinem guten Zustand. „Der Holzwurm drückt im Gebälk, der Schwamm im Keller“, so Kara Huber. Doch die Dorfkirchen seinen oftmals die letzten Zeugen der Ortsgeschichte. Und in vielen Gemeinden gebe es Menschen, die sich ehrenamtlich um den Erhalt der kulturhistorisch bedeutsamen Gebäude bemühen, sagt sie. Deshalb habe sie für den Bildband diese Menschen in den Mittelpunkt gestellt. „Schlüsselbewahrer“ hat sie diese genannt. „Sie schließen die Kirche auf, stellen Blumen bereit, erklären Besuchern die Kirche“, so Kara Huber.

Sie trügen zudem Geld zusammen, um Restaurationen auf den Weg zu bringen, gründeten Fördervereine und engagierten sich dafür, dass die Kirchen für die Menschen Orte der Begegnung blieben, indem sie die Nutzung erweiterten oder eine neue dafür fänden, eine Kultur- und Kinderkirche dort einrichteten, wie beispielsweise in Bärenklau bei Velten, zählt die Herausgeberin auf.

Engagierter Förderverein

Die Langengrassauer Kirche habe sie für das Buch ausgewählt, weil der Förderverein „Alte Kirchen der Luckauer Niederlausitz“ unter Vorsitz von Annegret Gehrmann von hier aus wirke, begründete sie. Mit einem unendlichen Einsatz an Energie und ehrenamtlichem Engagement hätten die Menschen in Langengrassau ihre Kirche wieder zum Glänzen gebracht und ebenso die Pfarrscheune, in der die Präsentation stattfand, zu einem Ort der Kultur und Begegnung gestaltet, hob sie hervor.

Um dies zu erreichen, ergänzte Johanna Wanka, sei Durchhaltevermögen vonnöten, Organisationstalent, Management für das Heranschaffen von Spendengeldern und Fördermitteln. Gefragt seien zudem Ideen, die Kirchen in den Fokus des Interesses zu rücken, ergänzte die Ministerin, die auch Landesvorsitzende des evangelischen Arbeitskreises Berlin-Brandenburg ist. „Es gibt eine großes Engagement für diese Kirchen, die oftmals das einzige denkmalgeschützte Gebäude im Ort sind“, sagte sie.

Jährlich 1,5 Millionen Euro

Jährlich stehen laut Ministerin entsprechend dem Kirchenstaatsvertrag 1,5 Millionen Euro für den Erhalt der Dorfkirchen zur Verfügung. „Ergänzt um die Komplementärfinanzierung durch die evangelische Kirche schaffen wir damit rund 30 Kirchen im Jahr“, so Wanka. Der Schwerpunkt liege dabei auf der Sicherung der jeweiligen Bauwerke, um einen weiteren Verfall aufzuhalten. Veranstaltungsreihen wie auch der vorgestellte Bildband sollten Menschen dazu inspirieren, sich an den alten Kirchen zu erfreuen und das Engagement der lokalen Initiatoren, der „Schlüsselhüter“ mit einer Spende zu unterstützen, formulierte die Kulturministerin ihren Wunsch.

Von Birgit Keilbach

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