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25.08.2009

Kanadischer Organist bringt Waltersdorfer Orgel zum Klingen

WALTERSDORF. Der kanadische Organist Philip Crozier hat in der mittelalterlichen Feldsteinkirche von Waltersdorf das letzte diesjährige Konzert der Reihe “Mixtur im Bass” gestaltet. Zuvor hatten die Zuhörer Gelegenheit gehabt, Eckdaten zum Kirchenbau und zum Instrument (Baujahr 1793) zu erfahren.

Kirchenführungen vor einem “Mixtur im Bass”-Konzert wie hier in Waltersdorf
sind fester Bestandteil der Reihe.
(Foto: Foto-Zahn)

 

Die Orgel wurde von Carl Gotthold Claunigk aus Sonnewalde erbaut und gehört zu den ältesten spielbaren und restaurierten Instrumenten in der Niederlausitz. Diesen Schatz brachte der kanadische Organist Philip Crozier zum Klingen. Das Musikprogramm hatte er speziell für die Möglichkeiten der zehn verschiedenen Klangfarben zusammengestellt.

Dabei zeigte sich, dass sich die Niederlausitzer Orgel hervorragend für Kompositionen aus ganz Europa eignet. Barockmusik aus England (W. Selby, J. Stanley) war ebenso vertreten wie die großen deutschen Meister J. Pachelbel und D. Buxtehude. Dass J. S. Bach sich die Kompositionstechniken von Buxtehude zu eigen machte, wurde durch eine Gegenüberstellung von zwei Fugen beider Meister gezeigt.

In das Waltersdorfer Programm eingestreut waren außerdem romantische Werke (F. Mendelsohn Bartholdy, C. Cerny) und sogar moderne Kompositionen zum Beispiel des Kanadiers D. Bédard. Damit schaffte es der Gastorganist, ganz unterschiedliche Stimmungen einzufangen und weiterzuführen. Beim “Offertorio” des Italieners D. Zipoli kam zudem der Cymbelstern zum Einsatz. Die kleinen Glöckchen sind typisch für die strahlende barocke Spielfreude.

Am Ende des Konzertes fasste Pfarrer Frank Gehrmann die Eindrücke zusammen: “Das Konzert führte durch Werke sprühender Freude hin zu fast traurigen, besinnlichen Momenten und wieder zurück.”

Von Albrecht Bönisch, erschienen in der Lausitzer Rundschau

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