Krossen


 

Bilder: Die Kirche von außen, die Grabanlage Manteuffel und das Bildnis der Auferstehung

   
Schlüsselhüter / Kirchenöffnungszeit
   
   Herr H. Schober, Hauptstr. 7, Tel. 035453/ 405

Fam. Bauer, Hauptstr. 8, Tel. 035453/ 267
   

 

Der ursprünglich mittelalterliche Findlingsbau wurde um 1745 durch den Maurermeister Christian Höne aus Lübben weitgehend erneuert. Die Rechnungen über diesen Umbau besagen, daß die Ziegelsteine hierfür von Georg Haberlant aus Dahme kamen und der zugehörige Kalk durch den Schiffer Merten Wilhelm Müller aus Leipzig herbeigeschafft wurde. Der beteiligte Zimmermann dürfte ein Georg Heinrich Neumann gewesen sein.

An der Westfront steht ein außermittiger Turm, der oben in eine Achteckform mit geschweifter Haube übergeht. Auf seiner Südseite befinden sich etliche Grabsteine der Familie von Manteuffel. 1995 hat die Gemeinde in Eigenleistung das Dach des Kirchenschiffes umgedeckt.

Im Innern findet sich eine Hufeisenempore (um 1745) unter einer verputzten Flachdecke mit rahmendem Stuckprofil. Etwa von 1957 bis 1967 wurde der Innenraum saniert und vermutlich von einigen Ausstattungsstücken „befreit“. In diesem Zusammenhang überstrich man wahrscheinlich auch die Malerei auf den Brüstungsfüllungen im Kirchenschiff. Noch wird aber die gesamte Empore von einer Brüstungsmalerei mit Bibelzitaten und Rokokokartuschen im Stil des Rokoko geschmückt.

An der vortretenden Orgelbrüstung befindet sich außerdem ein Auferstehungsgemälde mit seitlichen Spruchkartuschen im gleichen Stil. Der Kanzelaltar von 1748 ist ein Werk des einst in Krossen ansässigen Künstlers Gottfried Gerichen. In der Front des Kanzelkorbes befindet sich eine recht gut gemalte Kreuzigungsszene. Die Kanzeltür ziert ein zarter Engelskopf über einer Rokoko-Schriftkartusche: „So gehe nun hin, Ich will mit deinem munde seyn und dich lehren, was Du sagen solt. (2.B.Mose IV,12)“. In den seitlichen Rankenschnitzereien des Altars finden sich links das Karras´sche und rechts das Stutterheimsche Wappen. Diese Stifterwappen sind ebenfalls an der Sandsteintaufe zu sehen, die einst Gottlieb Friedrich Müller aus Torgau für 12 Thaler fertigte. Sie war ein Geschenk des Hans Heinrich v. Karras. Der zugehörige geschnitzte Deckel dient gleichzeitig als Lesepult und trägt die Jahreszahl 1753.

 

Annegret Gehrmann (2011)

 

Quellen:
Georg Dehio: Handbuch der dt. Kunstdenkmäler, Brandenburg; bearbeitet von Gerhard Vinken u. a.; Deutscher Kunstverlag 2000
Jung/ Spatz: Die Kunstdenkmäler der Prov. Brandenburg, Berlin 1917, Band 5, Teil 1: Kreis Luckau
H.J. Beeskow: Führer durch die ev. Kirchen des Kirchenkreise Lübben; Heimat-Verlag Lübben, Dez. 1998