Golßen


 

Bilder: Die Kirche von außen, der Innenraum mit Blick nach Osten und die Orgel

   
Schlüsselhüter / Kirchenöffnungszeit
   
   Pfrn. Erdem, Schulstr. 13, Tel. 035452/ 717 oder 017643536292
   

 

Die heutige Kirche wurde anstelle eines baufälligen Gotteshauses von 1597 errichtet, das 1810 abgebrochen wurde. Nach der Grundsteinlegung am 27. März 1811 begann der Jüterboger Maurermeister Jacob mit den Bauarbeiten nach einem Entwurf des Berliner Baurats Colberg: Am 3.November des gleichen Jahres fand das Richtfest statt. 1813 jedoch wurde die geplante Fertigstellung durch den Deutsch-Französischen Krieg verhindert, denn die napoleonischen Truppen beförderten kurzerhand alles Bauholz für Schanzarbeiten gegen die verbündeten preußischen und russischen Truppen nach Luckau. Die Einweihung der Kirche fand schließlich 1820 statt, der quadratische Turm mit seinem flachen Pyramidendach kam erst 1845 dazu.

Der klassizistische Putzbau mit eingezogener fünfseitiger Apsis hat hohe Rundbogenfenster, die in rechteckigen Putzfeldern sitzen. In der Mitte der Längsseiten befinden sich schlichte Portale. Der lichte Innenraum besitzt auf drei Seiten Emporen und wird durch zwei Reihen übereinander stehender Holzsäulen gewissermaßen in drei Schiffe geteilt und mit Tonnengewölben abgeschlossen.In die südöstliche Ecke zwischen Kirchenschiff und halbkreisförmiger Apsis ist die Patronatsloge, ihr gegenüber die Sakristei eingebaut. In der Apsis steht ein schlichter klassizistische Kanzelaltar in Form einer Tempelfront mit halbrundem Kanzelkorb (um 1820).

Die Marmortaufe wurde 1859 von Graf Ludwig zu Solms-Baruth gestiftet. Der Orgelprospekt stammt noch aus dem Vorgängerbau der Kirche und wurde wohl von Christoph Schröter aus Sonnewalde geschaffen. Er zeigt die für ihn typischen Schleierbretter und wird von Vasen bekrönt. Dahinter steht ein pneumatisches Werk der Firma Alexander Schuke/Potsdam von 1908, das im Jahr 2010 umfassend restauriert wurde. Die Kirchenfenster sanierte die Gemeinde 2007, und 2008 war eine Schwammsanierung im Turm nötig. Im gleichen Jahr begann eine schrittweise Renovierung des Innenraums.

 

Annegret Gehrmann (2011)

 

Quelle:
Georg Dehio: Handbuch der dt. Kunstdenkmäler, Brandenburg; bearbeitet von Gerhard Vinken u. a.; Deutscher Kunstverlag 2000
Jung/ Spatz: Die Kunstdenkmäler der Prov. Brandenburg, Berlin 1917, Band 5, Teil 1: Kreis Luckau
Lars Rose, Artikel in der LR